Vinzenz von Lérins

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Gedächtnis: 24. Mai

Der heilige Vinzenz von Lérins war einer der herausragenden geistlichen Lehrer der westlichen Kirche im 5. Jahrhundert. Er entstammte einer vornehmen gallorömischen Familie und war der leibliche Bruder des heiligen Lupus, später Bischof von Troyes und ebenfalls ein bedeutender Bekenner des Glaubens.

Nach einem weltlichen Leben, wahrscheinlich auch als Soldat, wandte sich Vinzenz ganz dem geistlichen Weg zu. Um das Jahr 425 trat er in das damals neu gegründete Kloster auf der kleinen Insel Lérins im Mittelmeer ein, unweit des heutigen Cannes. Dort lebte er als Priestermönch in Zurückgezogenheit, Demut und theologischer Wachsamkeit.

In einer Zeit zahlreicher Irrlehren – darunter der Pelagianismus, der Arianismus und der Nestorianismus – verfasste der hl. Vinzenz mehrere Schriften zur Verteidigung des wahren Glaubens. Seine bedeutendste Hinterlassenschaft ist das „Commonitorium“, ein Mahn- und Merkbuch zur Unterscheidung von Wahrheit und Irrtum. Darin formulierte er das weithin bekannte Kriterium kirchlicher Wahrheit:

„Man muss glauben, was überall, immer und von allen geglaubt worden ist.“ (Quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum est)

Mit dieser Formel wollte er die Kontinuität der orthodoxen Überlieferung gegen jede Neuerung sichern.

Vinzenz entschlief um das Jahr 445 im Frieden Gottes.

Die Orthodoxe Kirche ehrt ihn als Mönchsvater, Bekenner des Glaubens und geistlichen Lehrer.

Er wurde am 9. März 2017 durch Beschluss des Heiligen Synods der Russischen Orthodoxen Kirche (Protokoll Nr. 14) offiziell in den Heiligenkalender aufgenommen.

Quellen:

Gebete

Troparion (2. Ton)

Weltliche und geistliche Studien betriebst du, doch spät gelangtest du zum Leben in Christus. Als Einsiedler zogst du dich zurück nach Lérins und verteidigtest dort durch deine Schriften den orthodoxen Glauben, welcher immer, durch alle und überall bekannt ward. Heiliger Vinzenz, bitte Gott um das Heil unserer Seelen!

Troparion (4. Ton)

Mit Weisheit hast du allen die orthodoxe Glaubenslehre offenbart, als jene, die allein immer und überall geglaubt und geehrt wurde von allen Menschen. Du hast auch die Häresie als Neuerung entlarvt, grundlos und wankend wie eine Böe im Sturm. O Vinzenz, deine unbesiegbaren Gebete beschirmen die Kirche Gottes.

Troparion (2. Ton)

Wir bringen dir unsere Ehre dar, heiliger Vinzenz von Lérins. Du hast den Maßstab gesetzt, durch den wir nun gesegnet sind – den alten Glauben und die göttliche Zustimmung: das, was immer und überall als recht gegolten hat. Diese uralten Wahrheiten, in der Schrift offenbart, den Glauben, den du empfangen hast, gibst du uns weiter. Demütig bitten wir dich, o heiliger Mann Gottes: Fleh für uns, während wir den Weg suchen, den du gewandelt bist.